• Dächer der Altstadt von Tübingen

    Der Tübinger Weg:

    Wir zünden keine Häuser an –
    wir bauen welche!

  • Gruppe von Menschen, die in der Mitte die Hände zusammenlegen

    Ein Haus für Geflüchtete:

    Damit Integration von Anfang an gelingt.

Neuigkeiten

Foto von der Baustelle
  • Mitmachende für Arbeitskreis gesucht: Die Neuen Nachbarn sind dabei, einen Arbeitskreis „Vermietung“ einzurichten. Dort sollen zunächst grundsätzliche Fragen geklärt werden - zum Beispiel ob und ggf. in welcher Form wir eine „Hausordnung“ anstreben. Dabei geht es darum, ob wir für ein gutes Zusammenleben im Haus vielleicht mehr regeln wollen (und können?) als dass keine Schuhe im Treppenhaus stehen. Diese Gruppe sollte sich unter anderem aber auch erste Gedanken zur Vermietung unserer Gewerbeflächen und zur Nutzung des Gemeinschaftsbereichs machen (hier können Sie eine Diskussionsgrundlage als PDF herunterladen).

Das Problem: Tübingen braucht dringend neuen Wohnraum.

  • Etliche Geflüchtete brauchen in absehbarer Zeit „Anschluss­unterbringung“ (d.h. einen längerfristigen Platz zum Wohnen nach den vorläufigen Unterkünften).
  • In Tübingen gibt es sowieso schon lange zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Weder die Stadt selbst noch die öffentlichen Baugesellschaften oder die bestehenden Genossenschaften haben die Kapazitäten, alle diese Gebäude in kurzer Zeit zu bauen.
  • Die Vergabe an gewinnorientierte Bauträger ist zwar eine schnelle Lösung, führt aber leicht zu Bau-Spekulation und Profitmaximierung und ist daher oft nicht nachhaltig.
  • Große Bauträger und Investoren haben zudem kein besonderes Interesse an Fragen des Gemeinwohls und an gelingender Integration.

Unsere Lösung: Eine Bürger-Wohnbau-Gesellschaft!

Wir finden, dass mit öffentlichen Geldern geförderter Wohnraum auch nach Ablauf der zehnjährigen Bindungsfrist bezahlbar bleiben muss – ob für Geflohene oder für „Alteingesessene“ mit geringem Einkommen, für Studierende, ältere Mitbürger/innen, Alleinerziehende oder Familien.

Bauarbeiter auf Gerüst im Sonnenaufgang

Wie kann das gehen?

Indem diese Wohnungen einem breit gestreuten Kreis engagierter Bürgerinnen und Bürger gehören, die ein anderes Interesse an dem Gebäude, seinen Bewohner/innen und seiner Umgebung haben als ein anonymer Bauträger.

Wir haben daher beschlossen, eines der zu vergebenden Gebäude als Musterprojekt mit einer dafür gegründeten Bürger-Wohnbau-Gesellschaft zu errichten. Für unser Beteiligungs-/Finanzierungskonzept haben wir uns an die Idee der Finanzierung des Werkstatthauses im Tübinger Französischen Viertel angelehnt.

Die Neue Nachbarn KG

  • Diese Bürger-Wohnbau-Gesellschaft hat die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) und ist Eigentümerin genau dieses einen Hauses am Hechinger Eck. Das heißt, den Mitwirkenden gehört zusammen ein Haus in Tübingen, in dem zumindest für die nächsten zehn Jahre etwa 75 % Geflüchtete wohnen (ca. 35 Personen).
  • Das Haus wird etwa 3,3 Mio. Euro kosten, wovon wir rund 2 Mio. als KfW-Kredit aufgenommen haben.
  • Wir haben die Gesellschaft Neue Nachbarn KG genannt. In dieser packen Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl an – ein typisch Tübinger Weg auch in der Unterbringung von Geflüchteten. Finden Sie nicht?

Wie sind unsere Gesellschafter/innen an diesem Projekt beteiligt?

Wir hatten eine Mindest­beteiligung verein­bart, die so hoch ist wie der ungefähre Preis eines Quadrat­meters in dem Gebäude, d. h. 2 500 Euro. Die maximale Betei­ligung ist auf 5 % des Eigen­kapitals gedeckelt, damit niemand die Gesellschaft dominieren kann.

Menschen im Sprachkurs

Sprachkurs mit praktischem Bezug

Deutsch lernen kann Spaß machen – vor allem, wenn man am Modell eines Hauses sitzt, in dem man womöglich selbst einmal wohnt. Neue Nachbarn-Mitglied Dorothea Riedel war mit Zeichenpapier und Architekturmodellen bei einem Sprachkurs im Tübinger Schlatterhaus. Thema unter anderem: Wie wohnt man in den Herkunftsländern der zu uns Geflohenen, und was kann unsere Baukultur eventuell von der orientalischen lernen?

Weitere wichtige Fragen, die Sie vielleicht haben:

Zur Zeit wird unser Gebäude innen ausgebaut: Trockenbau / Heizung / Sanitär / Elektro. Noch vor den Sommerferien wird das Gerüst abgebaut. Den Einzug peilen wir für Oktober, spätestens für den 1. November 2018 an.
Genau das ist eine große Besonderheit dieser Bürger-Projektes: Auch als Anwohner/in können Sie sich unmittelbar an diesem Projekt finanziell beteiligen. So können sie (zusätzlich zum sowieso stattfindenden förmlichen Beteiligungsverfahren der Stadt) ebenfalls von Anfang an mitgestalten, damit die Integration der Geflüchteten in ihrem Wohnumfeld gelingt. Denn durch die Beteiligung der Anwohner/innen entsteht ein ganz anderer Bezug zu einem solchen Haus, als wenn dies von einem anonymen Investor gebaut würde.
Bürgerinnen und Bürger, die sich an dem Projekt beteiligen, sind Kommanditist/innen. Sie werden also mit einem bestimmten Betrag (mindestens 2.500 Euro) Gesellschafter/in einer Kommanditgesellschaft. Sie haben keine Mitwirkungspflicht (d.h. sie müssen sich nicht selbst als Bauherrschaft oder als Vermieter/in betätigen), aber gemäß ihrem Anteil ein Mitspracherecht. Das persönliche Vermögen haftet NICHT für Verbindlichkeiten der Gesellschaft: Wenn der Anteil eingezahlt ist, haften sie Dritten gegenüber nicht mehr. Es gibt keine Nachschusspflicht. Den Komplementär, d.h. den voll haftenden Teil der Kommanditgesellschaft und auch den Part des Baubetreuers für dieses Projekt stellt die nestbau AG aus Tübingen (mehr zu nestbau siehe unten).
Das Projekt Neue Nachbarn KG entstand im Frühjahr 2016 aus einer Gruppe von Leuten, die teils in der Flüchtlings­betreuung, teils im sozial orientierten Wohnungsbau engagiert sind. Ein solches Haus hier in Tübingen möglich zu machen, ist uns eine Herzens­angelegenheit, und wir freuen uns sehr darüber, wie oft wir schon bei den ersten Gesprächen mit anderen Menschen spontan die Bereitschaft erfahren haben, sich mit einem oder mehreren symbolischen Quadrat­metern an dem Haus zu beteiligen.
Selbstverständlich werden alle Ihre Daten vertraulich behandelt. Wir geben Ihre Informationen nicht an Dritte weiter und verwenden Ihre E-Mailadresse nur dazu, Sie auf dem Laufenden zu halten.
Die n.e.s.t. Bauprojektierung und Vermietung AG aus Tübingen stellt in unserer Kommanditgesellschaft den Komplementär, also den voll haftenden Teil, und den Baubetreuer. Sie ist eine Bürger-Aktiengesellschaft für nachhaltige Entwicklung von Wohnimmobilien und wurde 2010 u.a. von dem Tübinger Gunnar Laufer-Stark gegründet. Mit Hilfe von rund 70 engagierten Menschen erstellte sie im Schleifmühleweg 75 in Tübingen ein von Bürgern für Bürger finanziertes Wohngebäude mit bezahlbaren Mieten unter dem Tübinger Mietspiegel für Familien bzw. Alleinerziehende.

n.e.s.t. steht für nachhaltig. ethisch. sicher. transparent. – wenn Sie mehr erfahren wollen: www.nestbau-ag.de.